Was heißt für dich „dahoam“, Jascha?

Servus! Ein wenig unpünktlich zum Jahresanfang erscheint der zweite Gastbeitrag auf „Vom Dorf dahoam“. Jascha aus München erzählt uns, was Heimat oder besser gesagt „Dahoam“ für ihn bedeutet. Eigentlich ist er Lichttechniker, beschäftigt sich auf seinem 2017 gegründeten Blog aber auch damit, was Menschen eigentlich inspiriert. Los geht’s!

Ich verbinde den Begriff Heimat oder „daheim sein“ in erster Linie natürlich damit, wo ich herkomme – sprich da, wo ich aufgewachsen bin, aber auch wo meine Eltern wohnen. „Dahoam“ bedeutet für mich, sich wohl, sicher und geborgen zu fühlen. Es ist schön, an vertraute Plätze in meiner Heimat zu kommen. Plätze, die ich mit eben diesen Gefühlen und den jeweiligen Situationen verbinde.

Erste Station: Wasserburg am Inn

Aufgewachsen bin ich im Raum Wasserburg am Inn in Oberbayern. Für diejenigen, die es nicht kennen: Man stelle sich eine kleine mittelalterliche Altstadt mit gelben, grünen und roten Häusern mit Flachdächern auf einer Fläche von zehn Fußballfeldern vor. Überall kleine Geschäftchen und Kopfsteinplaster, umgeben von der grünlich schimmernden Innschleife. Und natürlich das Wahrzeichen der Stadt: die mit roten Holzlatten verkleidete Innbrücke, eine von nur zwei möglichen Zufahrtswegen.

Meine ersten 8 Jahre verlebte ich im kleinen Weiler Schönberg: Zwei Bauernhöfe mit jeweils vermietetem Zuaheisl, eine Kirche und rundherum nur Wiesn und Wald. Die Freiheiten, die wir als Kinder dort hatten, waren toll. Wir konnten alleine kleine Radltouren in den nächsten Weiler machen, den Wald erkunden – wobei das schon immer unheimlich war – und natürlich Bulldog mitfahrn. Bayerisches Landleben als mehr oder weniger Zuagroaste.

Zweite Station: München

Mittlerweile lebe ich seit sechs Jahren in München und fühle mich auch hier daheim. Was nicht immer der Fall war… Es gab und gibt immer wieder Zeiten, in denen es mich mehr aufs Land zieht. Momente, in denen ich die ländliche Weite vermisse. Mein altes Umfeld. Vertraute Orte und Menschen. Mit der Zeit wird aber auch ein neues Umfeld vertraut.

Überall dahoam fühlen?

Wie schon eingangs beschrieben, geht für mich „Daheim sein“ damit einher, dass ich mich sicher, geborgen und angenommen fühle. „Dahoam“ ist also etwas, das sich gut anfühlt. Ich glaube, solche Gefühle können wir selbst in uns erschaffen, ohne tatsächlich „dahoam“ zu sein. Wenn wir uns in uns selbst beheimaten, sprich uns selbst umsorgen, damit wir uns sicher, geborgen und angenommen fühlen, können wir dieses Heimatgefühl überall haben, egal wo wir sind.

Und das ist es auch, wo ich mich dahoam fühle – bei mir. Klappt mal besser und mal schlechter. Im Notfall kann ich ja immer noch nach Wasserburg fahren und mich ein bisschen mit diesem Gefühl auftanken. An Orten, die mich an schöne Momente mit lieben Menschen erinnern.

Mehr Infos zu Jaschas Blog unter inspirationsquelle.net

Fotos & Text: Jascha Polenz

Ein Kommentar bei „Was heißt für dich „dahoam“, Jascha?“

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