Das Ende vom Paradies?

vomdorfdahoam

In Straubing ist derzeit die fünfte und für viele im Landkreis wohl auch die schönste Jahreszeit im allerletzten Endspurt…

Da werden auf dem Gäubodenvolksfest noch ein letztes Mal für 2017 die Dirndl und Lederhosn ausgeführt, der ein oder andere Giggerl verzehrt und eine Maß nach der andern geleert. Wer in Straubing war, der kann sich den Wiesn-Besuch sparen, munkelt man…

Von nah und fern reisen die Leute in die niederbayerische Stadt an der Donau und genießen das selbst ernannte Trumm von einem Paradies. Denn trotz verschärfter Sicherheitskontrollen ist sie in Straubing noch zu finden – die Bayerische Gemütlichkeit, die man bei einem Besuch der großen Volksfest-Schwester auf der Theresienwiese in München oft vergeblich sucht…

Obwohl auch dem Straubinger Volksfest von manchen ein gewisser Verfall unterstellt wird, ist es vom Charme her der Wiesn haushoch überlegen – zumindest wenn man aus der Umgebung kommt. Das fängt damit an, dass man zum Beispiel alle fünf Meter einem bekannten Gesicht begegnet, einen kurzen Ratsch halten kann und dann weiter geht und sich zum Beispiel im Biergarten vom Nothaft oder Reisinger eine frische Radler-Maß servieren lässt.

Bussi, Bier, Brezn

Es geht damit weiter, dass man unter der Woche ganz einfach auch in größeren Gruppen noch einen guten Tisch im Bierzelt seiner Wahl finden kann, wenn man nur ein bisschen die Augen offen hält und manchmal ein bisserl nett fragt, ob man sich nicht auf ein Maßerl oder zwei dazusetzen darf.

Zwar kann man vor allem zu späterer Stunde die ein oder andere Bierleiche erspähen, aber im Großen und ganzen hält sich der Münchener Kotzhügel-Faktor in guten Grenzen. Beim Fuadgeh danach in der Stadt muss man zwar manchmal ein bisserl Glück haben, um vor lauter Andrang noch einen Stehplatz unterm Ventilator im Overtime oder an der Bar im Edelbayer zu bekommen, aber auch hier geht’s meist friedlich noch bis in die frühen Morgenstunden weiter. In der Bussi Bussi Bar herrschte hingegen in diesem Jahr eine gähnende Leere, was den einen oder anderen Volksfestgänger zum trotzigen Sitzstreik verleitete…

Aber es gibt ned nur Bier…

Als weiteres Schmankerl in Straubing ist natürlich noch die Ostbayern-Schau zu nennen. Vom Bulldog übers Dirndl bis hin zur neuen Küche kann man hier finden was das Herz begehrt. Und weil der Wettergott den Straubingern so gut wie immer wohl gesonnen ist, drücken sich vor allem an den Wochenenden und dem Feiertag Massen von Leut durch die Ausstellungshallen.

Doch so schee des alles auch ist… am Montag nach dem Feuerwerk ist aus den meisten Mündern zu hören: „Mei, etzt glangts dann aber a wieder für a Joh!“ Aber kaum ist das Gäubodenvolksfest ein weiteres Mal ins Land gezogen, freuen sich schon alle wieder auf das nächste Jahr, wenn das selbsternannte Trumm von einem Paradies wieder seine Pforten öffnet. Und zur Überbrückung der Wartezeit kann man ja dann mal nach München auf die Theresienwiese fahren.

 

Foto: Theresa Bergbauer

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